LPIC-3 – fast 5 Jahre später

Mit dem LPI (Linux Professional Institute) hatte ich auf dem LinuxTAG 2003 meine erste Berührung. Ich stand in der Nähe des LPI – Standes und Rainer Brandt schrie durch die Gegend: „Es sind noch Plätze für die LPI – Prüfung frei!

Nachdem mein Kollege, Christian Heße, und ich uns kurz informiert und sofort über meinen damaligen PDA eine LPI – ID beantragt hatten ging es direkt in die erste LPI – Prüfung meiner Laufbahn.

Dieser Prüfung folgten dann in den nächsten Jahren die weiteren Prüfung bis zum 12.10.2006. An diesem Tag wurde es richtig ernst. Aus Toronto war G. Matthew Rice, der Core-Entwickler des LPIC-3 angereist um die weltweit ersten Prüfungen zum LPIC-3 abzunehmen. Und da sassen wir nun, Christian und ich, die beiden einzigen Prüflinge, die extra für die Prüfung in die Niederlande nach Utrecht gefahren sind und wurden von Matt in die Prüfung eingewiesen.

Es standen die Prüfungen LPI-301 und LPI-302 an. Diese Prüfungen sollten nach der damaligen Planung jeweils 70 Fragen umfassen und wurden an dem Tag als Beta-Prüfung mit jeweils 140 Fragen geprüft um einen größeren Teil des Fragenpools am lebenden Objekt, also uns, testen zu können. Dafür bekamen wir auch die doppelte Zeit, also 180 Minuten pro Prüfungsteil. Das machte dann insgesamt 6 Stunden plus die Pause, die wir in der Prüfung verbracht haben. Mit der Ungewissheit am Ende er Prüfung ob es gereicht hat oder nicht.

Erst viel später, am 12.03.2007 war es soweit: Das positive Ergebnis kam und ich war LPIC-3 mit LPI-302 Mixed Environments.

Jetzt, fast 5 Jahre nach der abgelegten Prüfung hat der LPIC-3 mich wieder eingeholt. Es stand die Rezertifizierung an um meinen erworbenen LPI-301 und LPI-302 nicht in den Passiv – Status übergehen zu lassen, denn ohne Rezertifizierung müsste ich den kompletten Pfad von der LPI-101 bis zur LPI-302 erneut durchlaufen.

Also machte ich mich vor 2 Wochen auf den Weg zur openSUSE Conference nach Nürnberg und setzte mich dort, ungewohnter Weise, als Prüfling an den Tisch und nahm zum 2. Mal an der LPI-302 teil. Da die LPI-302 automatisch auch alle niedrigeren Level rezertifiziert reicht das für den Erhalt meines Zertifizierungslevels aus. Knappe 36 Minuten später gab ich zur Verwunderung des Proctors, Alexander Vogt, bereits meine Unterlagen ab und er war erstaunt, dass ich nur knapp über ein Drittel der Zeit brauchte.

Für mich war klar: Entweder kenne ich mit mit dem Thema Mixed Environments gut genug aus um die Fragen direkt richtig zu beantworten, oder nicht.

Heute kam dann die Erlösung: Der LPIC-3 ist rezertifiziert, ich habe die Prüfung bestanden.

Damit habe ich wieder 5 Jahre Zeit bis ich wieder von der Seite als Proctor auf die Seite des Prüfungsteilnehmers wechseln muss um den LPIC-3 zu behalten. Vor dem 12.09.2016 muss ich also wieder aktiv werden.

Frust macht sich breit…

Wer lange Zeit im Bereich der Freien Software unterwegs ist weiß,  dass es nicht immer einfach ist Gelder für Veranstaltungen zu sammeln.

Bei vielen Unternehmen steht, wie sollte es auch anders sein, der Profit im Vordergrund. Das kann und will ich, als selbstständiger Unternehmer, auch keinem der Kollegen als Vorwurf machen.

Schlimm wird es aus meiner Sicht erst dann,  wenn sie verlernt und/oder vergessen haben, dass die Grundlage auf der sie ihr Geschäft oder Infrastruktur aufgebaut haben der Freien Software entspringt und sie ohne diese ihr Geschäft nicht weiterführen könnten.

Denn dann kommt es zu Gesprächen wie ich sie in letzter Zeit während des Sponsorings für die OpenRheinRuhr erlebt habe.

Es besteht kein Interesse, wir erreichen unsere Klientel nicht auf der Veranstaltung.

Habt Ihr es dann nicht verpasst vor Ort zu sein und für die Klientel ansprechbar zu sein, oder sie selber auf die Veranstaltung zu locken?

Freie Software existiert doch,  warum soll man sie unterstützen?

Warum existiert sie?  Weil es Leute gibt,  die Geld, Arbeit und mehr dafür opfern ohne immer nach dem Profit zu suchen.

Wirtschaftlich lohnt sich die Veranstaltung nicht,  warum sollen wir dann daran teilnehmen?

Um diejenigen zu unterstützen, die es möglich machen, dass es Freie Software gibt?

Wir setzen keine Freie Software ein.

Gut,  dann bitte den Webserver mit Typo3, PHP, Apache und MySQL abschalten und schauen, ob die Kunden Euch noch finden.

Dies einfach als kleine Beispiele. Ich könnte noch mehr nennen.

Manchmal macht es Sinn denjenigen, die einem die Arbeitsgrundlage liefern auch mal die Hand zu reichen ohne in erster Instanz den Profit zu haben.